Bericht über den SPD-Bundesparteitag aus Sicht eines Neumitglieds

Seit Anfang Oktober hat Jan Rodenbeck, Student der Arabistik/Islamwissenschaft aus Göttingen, mein Team und mich tatkräftig als Praktikant unterstützt. In der Woche vor Weihnachten hatte er seinen letzten Tag in meinem Berliner Büro. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit und alles Gute für Deinen weiteren Lebensweg, Jan!

Hier berichtet Jan über ein besonderes Highlight seines Praktikums, den ordentlichen Bundesparteitag der SPD vom 10. bis 12. Dezember in Berlin:

Nach zwei Monaten Praktikum in Niels‘ Bundestagsbüro ist vieles hier schon „zur Routine“ für mich geworden. Umso erfreulicher war es für mich, am Bundesparteitag der SPD in Berlin teilnehmen zu dürfen und somit die Parteiarbeit einmal näher kennenlernen zu können. Während Niels also im Tagungspräsidium saß und von dort den Ablauf dirigieren musste, konnte ich mich als frischgebackenes Parteimitglied auf dem Parteitag umschauen, den Reden und Debatten zuhören, die Wahlen und die Delegierten beobachten und Kontakte knüpfen.

Im Eingangsbereich stellten verschiedene Firmen, Verbände, Fraktions- und Parteiorganisation aus, wobei deren Süßigkeiten und Werbegeschenke naturgemäß viel mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben dürften als die jeweiligen (Werbe-)Inhalte. Durch meine Arbeit für Niels durfte ich dann im Plenum bis in den Delegiertenbereich, sodass ich Reden und Debatten aus nächster Nähe erleben konnte und sehen konnte, wieviel abseits der Kamera genetzwerkt wird und wie aufwendig die Organisation eines solchen Events ist. Inhaltlich ging es gleich zu Beginn des Parteitages um die Außenpolitik. Frank-Walter Steinmeier brachte den entsprechenden Leitantrag ein und auch Niels als Außenpolitiker ergriff hierzu das Wort.

Am zweiten Tag folgten dann die Wahlen, die mit der Rede des Parteivorsitzenden eingeläutet wurden. Nachdem die neue Wahltechnik, die zuvor ausgiebig erklärt worden war, versagte und man zum bewährten Stimmzettel zurückgreifen musste – was die meisten Delegierten eher zu begrüßen schienen – konnte endlich gewählt werden. Dass das Wahlergebnis des Parteivorsitzenden mit ca. 75 Prozent unter den allgemeinen Erwartungen lag, wurde von den Delegierten mit einem gewissen Entsetzen hingenommen, auch wenn einige – vorwiegende jüngere – Delegierte und Gäste eine gewisse Genugtuung über dieses Ergebnis im persönlichen Gespräch spüren ließen.

Viel Zeit des Parteitages wurde mit programmatischer Arbeit zu verschiedensten Themen, wie Flüchtlings-, Arbeit- und Sozial-, oder Handelspolitik zugebracht, was mir die Möglichkeit gab, über Niels‘ Fachgebiet hinaus einen vertieften Einblick in die Partei zu erhalten. Am abschließenden Samstag stand dann noch ein internationaler Teil an, bei dem sich die verschiedenen Redner, von Martin Schulz über Manuel Valls und Werner Faymann bis hin zur EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, vor allem Europa und seinen Herausforderungen widmeten und immer wieder einhellig europäische Solidarität anmahnten, was von allen Anwesenden mit viel Applaus begrüßt wurde.

Neben den Ausmaßen des Parteitages hat mich vor allem beeindruckt, welch integrative Funktion ein solcher Parteitag ausübt, indem er einerseits der Selbstvergewisserung der eigenen Positionen und Grundsätze dient und andererseits der Kompromissfindung darüber, wie diese konkret ausgestaltet werden können.

Weitere Informationen zum Bundesparteitag der SPD gibt es unter https://www.spd.de/aktuelles/bundesparteitag-2015/.



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